
Kandidatenschule der Nation Awakening Party als Vorbereitung für die nächsten Wahlen in Wonosobo, Zentraljava, Indonesien im August 2008
Indonesien: Breiter demokratischer Spielraum
Die Stiftung hat in Indonesien vor nunmehr 40 Jahren die sozialwissenschaftliche Erforschung neuer Politikansätze durch das Institute for Social and Economic Research, Education and Information (LPPPES) gefördert. Die damaligen Initiativen gelten heute als der Grundstein der indonesischen Zivilgesellschaft. Im Anschluss an politisch motivierte Studentenproteste war sie dann Ende der 70er Jahre die erste internationale Organisation, die gemeinsam mit der Organisation for the Development of Pesantren and Society (PPPM) demokratische Initiativen zur Stärkung der ländlichen Entwicklung durchführte. Pesantren sind Internate muslimischer Glaubensverbände, die in der damaligen Autokratie als Einzige in der Lage waren, die ländliche Bevölkerung mit modernem technischem Know-How und darüber hinaus auch mit liberaler demokratischer Politik vertraut zu machen. Ab den 80er Jahren und besonders in den 90er Jahren widmete sich die Stiftung zunehmend der Kooperation mit den beiden staatlich zugelassenen Oppositionsparteien. Ziel war es, den geringen demokratischen Spielraum in der indonesischen Autokratie auszuweiten.
Seminarteilnehmer beim Spaziergang
mit der Referentin Liane Knüppel (links) Seit dem Fall des Diktators und dem Beginn demokratischer Reformen 1998 arbeitet die Stiftung intensiv mit den demokratischen Parteien Indonesiens zusammen. Wichtigster Partner ist dabei das Kommunikationsforum Partei- und Reformpolitik (Forum Politisi), in dem vor allem Nachwuchspolitiker der sechs größten Parteien Indonesiens vertreten sind. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung auch den 1999 eingeleiteten Dezentralisierungsprozess, teils in direkter Kooperation mit lokalen Verwaltungsstellen, teils in Kooperation mit örtlichen Organisationen der Zivilgesellschaft. Im dritten Schwerpunkt konzentriert sich die Stiftung in Indonesien auf die Förderung einer liberalen Wirtschaftspolitik, wobei die Stärkung der Eigentumsrechte als Mittel zur Armutsminderung sowie die Schaffung einer effektiven Wettbewerbsaufsicht im Vordergrund steht.

